Das Melanchthonhaus in Wittenberg ist ein architektonisches Kleinod. Das Renaissancebauwerk mit dem markanten Giebel gilt als eines der schönsten Häuser der Stadt. Kurfürst Johann Friedrich hat das dreigeschossige Gebäude 1536 errichten lassen. Damit wollte er Philipp Melanchthon, den Lehrer Deutschlands, an seine Universität binden. Das Haus bot Raum für Melanchthons Familie und für Studenten. 1845 erwarb der preußische Staat das Gebäude und ließ 1898/99 im ersten Obergeschoss das Studierund Sterbezimmer des Gelehrten nachbilden.
Mit dem geplanten Neubau für das neue Eingangsgebäude des Melanchthonhauses in Wittenberg wurde Atelier Hammerl eingeladen, sich am Wettbewerb für die Neugestaltung der Ausstellung zu beteiligen. Der Wettbewerbsbeitrag baut auf dem Aufbau der Lehre und des Theologiestudiums nach den Vorstellungen Philipp Melanchthons auf. Grundlage aller Wissenschaften bilden demnach die antiken Sieben Künste. Diese werden in den vorhanden sieben historischen Nischen des Renaissance-Eingangsflures dargestellt. Die sieben Melanchthonbüsten der Sammlung wurden jeweils einer der Künste zugeordnet. Erst nachdem die Besucher diesen ersten “Bildungsebene” erreicht haben, gelangen sie in die oberen Etagen, die sich der theologischen Lehre und der Reformation widmen. Erst in der obersten Etage werden dann die religiösen Exponate dargestellt. Das Ausstellungskonzept basiert auf einer Schwarz-Weiß-Grafik, die die Bedeutung des Buchdrucks bei der Verbreitung der Reformation unterstreicht. Die Einbauten orientieren sich an den Möbelbauten und Vertäfelungen der Renaissance.
LAGE
Wittenberg (D)
KUNDE
Stiftung Luthergedänkstätten, Wittenberg
UMFANG
Wettbewerbsbeitrag, 2. Preis
FLÄCHE
400 qm
PLANUNGSZEIT
2009
PROJEKTBETEILIGTE
Tanja Hammerl, Achim Dannenberg
Ausstellungsdesign