Die „fünfte Jahreszeit“ begeistert Menschen seit Jahrhunderten. Basierend auf fest im Kirchenjahr verankerten Bräuchen entwickelte sich Nürnberg im Spätmittelalter zu einer Fastnachtshochburg. Anlässlich des 975-jährigen Stadtjubiläums präsentiert die Sonderausstellung „Fastnacht. Tanz und Spiele in Nürnberg“ die faszinierende Geschichte der Nürnberger Fastnacht, die auf eine fast 600-jährige Tradition zurückblickt. Neben einer Vielzahl an heute noch bedeutenden Fastnachtsspielen, welche in Wirtshäusern und privaten Wohnungen aufgeführt wurden, begingen die Nürnberger schon im 15. Jahrhundert den sogenannten Schembartlauf (Maskenlauf). Die Teilnehmenden zogen in bunten Kostümen durch die Innenstadt, spielten „verkehrte Welt“ und verteilten Naschereien. Das Patriziat machte den Schembartlauf in wenigen Jahrzehnten zum Prunkumzug mit immer aufwendigeren Verkleidungen. Ausgangspunkt für die Ausstellung sind die kostbaren Schembartbücher, die nach Einführung der Reformation in einer Vielzahl entstanden. Diese fanden ihren Weg um die Welt und prägen damit die Geschichte von Fastnacht in Nürnberg bis heute.
Bereits beim Eintritt in den Ausstellungsraum werden die Besucher in ein perspektivisch gestaffeltes Narrenschiff hineingezogen. Unterschiedliche Narren beginnen sich auf der großformatigen Darstellung des Narrenschiffs aus dem 16. Jahrhundert über digitale Projektionen zu bewegen. Im Zentrum steht der Segelmast in Form eines christlichen Kreuzes. Die Schembarthläufe boten immer auch Gelegenheit für Kritik. Der Blick auf die Akteure offenbart schnell politische Motive und den Drang nach Macht und Prestige.
AUFTRAGGEBER / KUNDE
Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
LEISTUNGSPHASE
1-7
LEISTUNGEN
Lichtplanung, Grafik, Medienplanung
FLÄCHE
ca. 400m²
PLANUNG
April 2024 – Januar 2025
BAUZEIT
11/2025 – 02/2026
PROJEKTLEITER
Tanja Hammerl
PROJEKTTEAM
Hajo Eickbusch,
Alexandra Reil,
Ausstellungsdesign