Atelier Hammerl Dannenberg | Eine Sci-Fi-Story
Atelier Hammerl & Dannenberg inszeniert Räume, Hotels, Ausstellungen, Museen, Objekte, Restaurants, Geschichte, Firmen und Inhalte
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Eine Sci-Fi-Story

DIE FOLGEN DES OVERFUNCTIONALIZING VON FUNCTIONAL WEAR, LEUCHTKASTEN-INSTALLATION

Puls messende Pullover, GPS-gesteuerte Schuhe, Jacken mit Internet-Zugang – den um sich greifenden Trend zur Verbindung von Mikroelektronik und Kleidung nahmen die Münchner Ausstellungsgestalter und Szenographen von ham&EGG zum Anlass, sich mit der Zukunft der Kleidung zu beschäftigen: Vom 1. bis zum 7. Juni 2005 präsentierten sie in der Galerie Wittenbrink/München ihre freie Arbeit „Eine Sci-Fi Short Story über die Folgen des Overfunctionalizing von Functional Wear“.

 

Mit ironischem Blick auf „Smart Fashion“ und „Wearable Computing“ erzählt eine Leuchtkasten-Installation eine kleine Episode aus (nicht allzu) fernen Zeiten, in denen die Frauen figuroptimierende Kleidchen, die Säuglinge selbstreinigende Strampelanzüge und die Männer Superhelden-Kombinationen tragen. Natürlich funktioniert auch in der Zukunft nicht alles so, wie es soll, aber nach einem Zwischenfall im „Virenschutzraum“ gibt es ein Happy End und alle sind glücklich.

 

Inszeniert wurde dieser Ausblick auf kommende Tage anhand eines Karrees aus vier Leuchtkastenreihen mit insgesamt 32 Einzelaufnahmen, die den Besucher Bild für Bild durch die Story geleiteten: Aufnahmen von Barbie-Puppen – in liebevoll-detailliert selbstgeschneiderte „Wearables“ gewandet – wurden in reale Münchner Stadtansichten montiert und riefen so beim Betrachter einen interessanten Wahrnehmungsbruch hervor.

 

Die Wahl des Mediums erwies sich als schlüssig und konsequent: Der dreidimensionale Effekt der stark perspektivischen Fotografien und die gewünschte Künstlichkeit der „schönen neuen Welt“ kamen durch die Hinterleuchtung aufs Beste zur Geltung und konfrontierten den Betrachter so auf unterhaltsame und zugleich ästhetisch herausfordernde Art mit den Eigenarten der „modernen“ Lebensweise.

 

PRESSETEXT

Mit ihrer Installation knüpfen die Innenarchitektinnen Tanja Hammerl und Karin Egger an verschiedene Strömungen der Leuchtkastenkunst an, die – von Jeff Wall über Alfredo Jaar bis Irene Andessner – schon seit ihren Anfängen in den 70er Jahren durch unterschiedlichste Ansätze faszinierte: Rekurrieren Leuchtkästen einerseits als „Weiterentwicklung“ beleuchteter Schaufenster bzw. als „Nachfolger“ der musealen Dioramen des 19. und 20. Jahrhunderts auf den gestalteten Raum „dahinter“, können sie andererseits – als zeitliche Szenenfolge begriffen – ebenso als Verwandte von Film und Fernsehen begriffen werden.

Beide Aspekte greifen ham&EGG auf, indem sie inszenierte Räume in eine erzählerische Abfolge bringen: Durch die Montage der kostümierten Barbie-Puppen in fluchtenreiche Architektur-Aufnahmen gestalten sie urbanen Raum, und selbstverständlich sind auch die „Innenaufnahmen“ vor selbst entworfenen Kulissen in erster Linie raumgestalterische Arbeit. Die Nähe zum bewegten Bild wiederum entsteht schon durch die Art des bildlich-sequentiellen Erzählens, wozu in diesem Fall auch die bewusst szenographische Komposition der Einzelaufnahmen kommt, deren Arrangement auch durch die Vorausschaltung von einleitenden Texten vor den einzelnen Szenen insbesondere auf den Stummfilm anspielt.

Es geht Hammerl und Egger also nicht nur um eine augenzwinkernde Auseinandersetzung mit einem Modetrend: Bei ihrer Installation handelt es sich ebenso sehr um ein Spiel mit der Darstellung und Gestaltbarkeit von Raum in der Zeit, wobei die gelungene Rückführung der vier auf zwei Dimensionen nicht nur den Gestalterinnen sondern auch dem Medium Leuchtkasten zur Ehre gereicht.

FACTS

AUFTRAGGEBER/KUNDE
Eigene Projektralisation im Zuge des Designparcours München 2005

LAGE
Galerie Wittenbrink

UMFANG
Konzept und Drehbuch, Fotografie, Digitale Bildbearbeitung, Grafik, Medien, Lichtinstallation

FLÄCHE
100 m²

PLANUNGSZEIT
2005

PROJEKTVERANTWORTLICHE
Tanja Hammerl und Karin Egger als Büro ham&EGG